Yildiray Bastürk – Lenker und Denker beim VfB Stuttgart
Die Verpflichtung von Yildiray Bastürk ist schon seit Monaten beschlossene Sache. Nach dem Pokalfinale gegen den 1.FC Nürnberg war der Transfer des Spielmachers in trockenen Tüchern. Der Deutsch-Türke (geboren am 24.12.1978 in Herne in Nordrhein-Westfalen) wechselte ablösefrei aus der Hauptstadt von Hertha BSC Berlin zum VfB nach Stuttgart und unterschrieb dort einen Dreijahresvertrag mit der Option auf ein weiteres.
Wer ist Yildiray Bastürk? Kann er dem VfB Stuttgart langfristig zu mehr Flexibilität verhelfen? Kann der das Kreativspiel des Deutschen Meisters ankurbeln? In einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten (veröffentlicht am 01.08.2007) äußerte sich Bastürk über seine Beweggründe, seine Ziele und Möglichkeiten am Neckar.
Bastürk wird eine hohe Verletzungsanfälligkeit nachgesagt. In der vergangenen Saison musste er hufiger pausieren als vielen lieb war. Für die Hertha aus Berlin bestritt er letztes Jahr nur 22 der 34 Saisonspiele, diese auch teilweise nur über wenige Minuten. Und auch bei seinem neuen Arbeitgeber verlief die Vorbereitung alles andere als reibungslos – ein Muskelfaserriss setzte den Türken wochenlang außer Gefecht, kein allzu guter Einstand. Das Duell im Ligapokal gegen den FC Bayern, das Pokalspiel in Mainz gegen den SV Wehen Wiesbaden und auch der Bundesligastart zuhause gegen den FC Schalke 04 gingen bzw. werden ohne den Neuzugang über die Bühne gehen. Dennoch kann Bastürk den Diskussionen über seine Häufung an verletzungsbedingten Pausen wenig Konstruktives abgewinnen. Durch seine Position im zentralen Mittelfeld falle es eben schnell auf, wenn er einmal pausieren müsse. Insgesamt sei er aber nicht mehr oder weniger verletzt als die meisten seiner Kollegen. Im Gegenteil, er sehe das eher als positive Wertschätzung, wenn die Leute sagen “Hoffentlich spielt der Bastürk bald wieder”…
Eines ist sicher: Falls Yildiray Bastürk die Saison halbwegs verletzungsfrei überstehen wird, wird er auf jeden Fall eine Bereicherung für die Kreativität im Spiel des Deutschen Meisters sein. Die Position des Spielmachers in der zentralen offensiven Mittelfeldposition war einer der wenigen Schwachpunkte der Schwaben in der vergangenen Saison. Sowohl Antonio da Silva, als auch Alexander Fanerud oder Samy Khedira konnten es nicht erreichen, dass der VfB durch die Mitte Druck nach vorne ausüben konnte.
Bastürk, der sich eigenen Angaben zu Folge, unter anderem durch seinen Charakter, seine Disziplin, Ehrgeiz, Respekt und Bodenständigkeit auszeichnen kann, sieht sich aber als wichtigen Bestandteil des neuen VfB. Und er hat schon umfassend Erfarung im internationalen Geschäft gesammelt. Mit Bochum gelangen Bastürk erste Minuten auf internationaler Ebene im Uefa-Cup, mit Bayer Leverkusen stand er 2002 sogar im Finale der Champions-League. Auch als Nationalspieler hat er durchaus Erfolge vorzuweisen. Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea erreichte er mit der türkischen Nationalmannschaft das Halbfinale und belegte nach einer Niederlage gegen den späteren Weltmeister Brasilien am Ende einen sensationellen dritten Platz für sein Heimatland. Und genau darin sieht Bastürk seine Aufgabe beim VfB. Seine internationale Erfahrung in die Mannschaft einzubringen, sich als Führungsspieler beim VfB zu etablieren und die noch immer junge Elf rund um Armin Veh zu lenken und ihnen Sicherheit zu geben. Bastürk bezeichnet sich aber nicht als “Spielmacher alter Prägung”, sondern viel mehr als “mannschaftsdienlicher Spielmacher”, der auch seine Aufgaben in der Defensive erledigt und nicht nur ans Zaubern denkt. Die Champions-League (Stuttgart ist als Meister direkt für die Königklasse qualifiziert) wird “ein Riesenspaß für uns alle. Und sie wird jedem Spieler einen Riesenschub verleihen.”
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