Schmuck - seit jeher wichtiges Attribut einer Gesellschaft
Schon in der Jungsteinzeit trugen Menschen, vor allem Kinder, Schmuck und Ohrringe. Diese hatten allein den Zweck der Verschönerung und waren aus Naturstoffen wie Holz, Stein und Zähnen gefertigt. Während in Griechenland im 8. bis 4. Jahrhundert vor Christus beim reichen und gebildeten Großbürgertum Schmuck, vor allem Armreifen, Diademe, Ohrringe und Ringe, besonders beliebt war, förderten Sklaven unter schwersten Bedingungen das Silber für Münzen und Schmuck. Etwa zur gleichen Zeit, in der Späthallstattzeit, verfügten auch in Mitteleuropa die Menschen über unglaubliches handwerkliches Geschick und Fertigkeiten bei der Metallverarbeitung, die bei uns tatsächlich noch heute so angewendet werden. Bei Ausgrabungen von Keltengräbern verschiedener Fürsten in Süddeutschland wurden umfangreiche Grabbeigaben, darunter besonders edel verzierte Schmuckstücke aus vergoldetem Kupfer gefunden, die viel über Sitten und Gebräuche dieses Volkes und seiner Kultur erzählen. Bereits im 9. Jahrhundert vor Christus war es üblich, einem Verstorbenen mit wertvollen Grabbeigaben und kunstvollem Schmuck die Reise ins Jenseits zu verschönern. Im 2. Jahrhundert nach Christus florierte der Handel zwischen Rom und China. Die Chinesen brachten wertvolle Seide nach Rom, außerdem wurden Perlen und Lebensmittel mit der gerade erfundenen Schubkarre um die halbe Welt geschleppt. Die reichen römischen Senatoren kleideten sich nur in erlesenen Stoffen und der Schmuck ihrer Frauen, häufig Perlenohrringe, musste einzigartig sein. Sowohl Ägypterinnen der Antike als auch ihre Männer legten großen Wert auf Mode und waren geradezu süchtig nach Schmuck. Wer es sich leisten konnte, trug Schmuck aus Gold, Silber oder Kupfer, die weniger Begüterten aus Kieseln, Muscheln oder Elfenbein. Viele archäologische Funde haben kunstvolle Ohrringe aus Glas und Fayence ans Tageslicht gebracht. Der Sinn für Schönheit und der unveränderte Wunsch, sich zu schmücken, sind dem Menschen zum Glück bis heute erhalten geblieben. Denn wie arm wäre eine Welt, in der das Augenmerk nur noch auf Technik und Produktion gerichtet wäre und die Sinne nicht mehr durch Ästhetik angesprochen würden.zurück zur Übersicht "Mode & Lifestyle"
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