Handy & Telefon

Prepaidkarten – Alternative zum Handyvertrag?

Prepaidkarten für Handys sind keine neue Erfindung und wurden von den großen Netzbetreibern bereits vor Jahren eingeführt. In erster Linie ging es darum Menschen mit weniger guter Bonität die Möglichkeit zur Nutzung eines Handys zu ermöglichen. Denn bereits ein negativer Eintrag bei der Schufa genügt um den begehrten Handyvertrag verwehrt zu bekommen. Prepaidkarten hingegen werden unabhängig von der finanziellen Situation des Kunden verkauft auch Überschuldung oder fehlendem Einkommen.

Prepaidkarten waren jedoch lange Zeit nur die zweite Wahl, was zum einen durch die fehlende Subvention des neuen Handys, aber auch durch deutlich höhere Tarife begründet war. Seit etwa zwei Jahren aber sind die ersten so genannten Prepaid Discounter auf den Markt gekommen. Vorreiter war damals Simyo, eine Tochtergesellschaft von E-Plus, welche mit deutlich günstigeren Tarifen den Prepaid-Markt aufrollen wollten und dies auch mit Erfolg geschafft haben. Schnell kamen weitere Anbieter hinzu, so dass heute bereits eine große Anzahl von Anbietern, angefangen von Lebensmittel-Discountern, einem Kaffee-Händler und vielen vor allem im Internet operierenden Prepaid Discountern, um die Kunden wetteifern. Dies hat nochmals dazu geführt, dass die Prepaid Tarife in diesem Segment weiter gefallen sind und Prepaidkarten für immer mehr Menschen attraktiv werden.

Für ausgesprochene Vieltelefonierer lohnt sich in den meisten Fällen auch weiterhin ein Handyvertrag, nicht einmal nur wegen des dazu gelieferten neuen Handys, sondern durch die noch günstigeren Tarife bei hohem Gesprächs- oder SMS-Aufkommen. Für Wenigtelefonierer und mittlerweile auch Handynutzer mit einem eher mittelstarken Gesprächsvolumen lohnen sich Prepaidkarten aber immer mehr. Denn neben den günstiger gewordenen Tarifen bieten Prepaidkarten noch einige weitere Vorteile. So ist die Preisstruktur bei diesen Karten sehr schlicht gehalten, für Gespräche in alle Handynetze und das Festnetz fallen zu jeder Tageszeit und an jedem Wochentag der gleiche Preis an, dies gilt ebenso für SMS. Außerdem gibt es bei Prepaidkarten weder einer Grundgebühr noch einen Mindestumsatz, gerade diese Posten machen bei vielen Wenigtelefonierern den größten Betrag auf der Handyrechnung aus, was gerade bei nicht genutztem Mindestumsatz schon sehr ärgerlich sein kann.

Aber auch die Nachteile von Prepaidkarten sollten angesprochen werden. Der größte Nachteil ist hier sicherlich das Prepaid System an sich. Vergisst man die Karte rechtzeitig aufzuladen, kann ein wichtiges Gespräch mitunter nicht geführt werden oder wird einfach unterbrochen. Es ist also notwendig den Kontostand ständig im Auge zu behalten, was natürlich einen gewissen Aufwand erfordert. Allerdings ist es heute sehr einfach geworden sein Prepaid Handy wieder aufzuladen. Guthaben für die Prepaidkarte kann heute in praktisch jedem Supermarkt, an allen Tankstellen und natürlich in allen Handyläden erworben werden. Auch darüber hinaus bieten viele Geschäfte aus den unterschiedlichsten Branchen heute Guthabenkarten an. Darüber hinaus haben auch Banken dieses Geschäft für sich entdeckt und bieten an vielen Geldautomaten die Aufladung direkt vom Girokonto an, ebenso ist dies vielfach direkt per Online Banking möglich. Und sogar viele Zigarettenautomaten sind bereits mit einer Handyladestation ausgestattet, was die Aufladung der Prepaidkarte auch des Nachts ohne Hilfe des Girokontos ermöglicht.

Ein weiterer Nachteil ist aber nach wie vor das fehlende 1-Euro-Handy. Zwar werden von den meisten Prepaid Discountern heute auch Starter-Pakete inklusive Handy angeboten, jedoch muss für diese natürlich mehr bezahlt werden als bei Abschluss eines Handyvertrags. Vergleicht man bei einem relativ geringen monatlichen Umsatz jedoch einmal die mögliche Ersparnis bei Wegfall der monatlichen Fixkosten für Grundgebühr und Mindestumsatz für die nächsten zwei Jahre mit dem Anschaffungspreis des neuen Handys, so kann ein solches Prepaid Handy letztendlich doch noch die günstigere Alternative sein.

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