Tagesgeldkonto statt Sparbuch
Tagesgeldkonten dienen neuerdings verschiedenen Banken, darunter vor allem Direktbanken, als Mittel der Werbung und Neukundengewinnung. Resultat aus diesen Werbemaßnahmen und der Konkurrenz der Banken sind steigende Zinsen auf Tagesgeld und somit steigende Renditen für Anleger.
Im Vergleich zu einem Sparbuch ist die zu erzielende Rendite mit einem Tagesgeldkonto ohnehin deutlich höher, die neuen Höchststände der Tagesgeldzinsen machen den Unterschied jedoch noch deutlicher. Während mit einem Sparbuch nur selten mehr als 1% Zinsen p.a. zu erzielen sind, bringen es die meisten Tagesgeldkonten heute auf Werte zwischen 3 und 4% p.a. und einige Direktbanken bieten sogar deutlich mehr als 4% Zinsen im Jahr. Dennoch muss ein Anleger bei der Nutzung eines Tagesgeldkontos, ebenso wie bei einem Sparbuch, keine feste Bindung eingehen, das heißt er kann das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto jederzeit und in beliebiger Höhe abziehen.
Dies erfolgt bei einem Tagesgeldkonto per Überweisung auf ein zuvor festgelegtes Referenzkonto, für gewöhnlich das eigene Girokonto. Dies ist nötig um zu verhindern dass Kunden das kostenlose und gut verzinste Tagesgeldkonto für übliche Zahlungen und Überweisungen nutzen, was durchaus zu verstehen ist. Der Unterschied der Zinshöhe zwischen Tagesgeldkonto und Sparbuch wird noch deutlicher, wenn man die jährliche Inflation mit in die Rechnung einbezieht. Die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland betrug in den letzten Jahren 1-1,5% und wird in diesem Jahr 2007 wahrscheinlich sogar über 2% liegen. Da Inflation zu einer Verringerung der Kaufkraft führt, man spricht auch von Geldentwertung, nimmt der reale Wert des Geldes in diesem Jahr um ca. 2% ab. Da durch ein Sparbuch jedoch nur ein Zuwachs von rund 1% in Form von Zinsen zu erreichen ist, nimmt letztendlich der Wert des Ersparten um etwa 1% ab, somit ist die Anlage auf einem Sparbuch gewissermaßen ein Verlustgeschäft.
Ein Tagesgeldkonto dagegen kann mit einem Zinssatz von zum Beispiel 4% nicht nur für einen Inflationsausgleich sorgen, also der Geldentwertung entgegen wirken, es erwirtschaftet auch noch einen tatsächlichen gewinn darüber hinaus. Vor der Entscheidung für ein Konto sollte man jedoch einen Tagesgeldkonto Vergleich nutzen und dabei nicht nur die reine Höhe der Zinsen, sondern auch die weiteren Faktoren wie Zeitpunkt der Zinszahlung und eventuelle Mindest- oder Höchstgrenzen für die Anlagesumme beachten. Der Zeitpunkt der Zinszahlung ist wichtig, da manche Banken die Zinsen auf das Tagesgeld nicht nur einmal im Jahr sondern quartalsweise oder sogar monatlich gutschreiben, so dass aufgrund der Zinseszinsen der effektive Jahreszins noch etwas höher ausfallen kann. Limits für die Anlagesumme bestehen meist aus einer Höchstgrenze, bis zu der auch der höchste Zinssatz gezahlt wird, darüber hinaus greift dann ein niedrigerer Zinssatz. Da solche Grenzen in Bereichen zwischen 20.000 und 500.000 Euro liegen, sind sie für die meisten Kleinanleger weniger wichtig, sollten bei entsprechenden Anlagesummen aber unbedingt beachtet werden. Mindestanlagesummen werden von Direktbanken dagegen fast nie verlangt, können in Bereichen von wenigen tausend Euro jedoch durchaus vorkommen.
Hat man sich für ein Tagesgeldkonto entschieden sollte, sofern nicht bereits anderweitig ausgeschöpft, an den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge denken. Dieser ist nötig damit die Zinsgewinne des Tagesgeldkontos steuerfrei bleiben und nicht von der Kapitalertragssteuer von immerhin 30% betroffen sind, was die Rendite des Tagesgeldkontos erheblich schmälern würde.
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