Kapitalanlagen der besonderen Art
Um Aktien, Fonds, Anleihen und Spareinlagen bei der Bank kommt heute kaum ein Kapitalanleger herum. Viele haben auch schon in Immobilien investiert, und sei es nur das Eigenheim. Eine Kapitalanlage, die etwas aus der Reihe fällt ist die Schiffsbeteiligung. Die wenigsten Leute können von sich behaupten Schiffseigner zu sein, wenn man mal von den Hobbykapitänen absieht, die im Paddelboot ihre heimischen Gewässer unsicher machen.
Mit Schiffsbeteiligungen kann jeder zum Schiffseigner werden, und muss nur eine relativ geringe Anlagesumme aufbringen. Während der Bau eines Schiffes zig, wenn nicht hunderte Millionen verschlingt, bieten Schiffsbeteiligungen den Einstieg bereits ab 10000 Euro an. Anleger sollten auch nicht zu hohe Anteile ihre Gelder in Schiffsbeteiligungen investieren, da es sich um unternehmerische Beteiligungen handelt. Das Risiko, das eingesetzte Kapital zu verlieren gehört bei solchen Beteiligungen dazu, wenn dies auch nur in den seltensten Fällen vorkommt. Als Anteilseigner einer Schiffsbeteiligungsgesellschaft wird man meist ins Handelsregister bei einer Kommanditgesellschaft eingetragen. Als Kommanditist stehen einem Anteile am Gewinn der Gesellschaft zu, man muss sich jedoch nicht um die Geschäftsführung kümmern. Die erste Phase bei einer Schiffsbeteiligung ist die Platzierungsphase. In dieser Phase wird die nötige Anzahl Anleger gesucht, um genügend Geld für die Finanzierung des Schiffs aufzubringen. Ist die Phase abgeschlossen, werden keine weiteren Anteilseigner mehr in die Gesellschaft aufgenommen. Man bezeichnet diese Gesellschaften dann auch als geschlossene Schiffsfonds. Mit dem eingesammelten Geld wird in der zweiten Phase ein Schiff gekauft oder der Bau eines Schiffes in Auftrag gegeben. Mit der Ablieferung des Schiffes beginnt das Geld verdienen. Die Gesellschaft verchartert das Schiff an eine Reederei oder Handelsgesellschaft, die dafür einen finanziellen Ausgleich, die Charterrate, an den Schiffsfonds zahlt. Aus den Chartereinnahmen müssen zunächst die Kosten für den Betrieb des Schiffes, die Verwaltungskosten und gegebenenfalls Zinsen und Tilgung für Bankkredite gedeckt werden. Das was übrig bleibt, wird nach Bildung einer Liquiditätsreserve an die Anleger ausgeschüttet. Die Betriebsphase des Schiffes kann zwischen 10 und 20 Jahren dauern. Am Ende dieser Phase wird das Schiff zum Restwert verkauft und der Erlös wird ebenfalls an die Anleger ausgekehrt.
Die Ausschüttungen von Schiffsfonds sind steuerfrei. Es ist lediglich jährlich eine Pauschalsteuer, die so genannte Tonnagesteuer, zu entrichten. Diese ist im Vergleich zu den Kapitalertragssteuern in Deutschland sehr gering.
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