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Erzgebirgskunst - handgefertigte Nussknacker und Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Die Erzgebirgskunst hat eine Jahrhunderte lange Tradition. Neben den Erzgebirgischen Nussknackern und Räuchermännchen sind die bekanntesten Objekte Weihnachtspyramiden, Schwibbögen und Spieldosen. Die handgefertigte Holzkunst aus dem Erzgebirge hat viele Liebhaber auf der ganzen Welt gefunden. Schon zu DDR Zeiten war die Erzgebirgskunst ein wichtiger Devisenlieferant für die damaligen Machthaber. Heute ist die Erzgebirgische Volkskunst einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für die Region Erzgebirge und das Bundesland Sachsen und zugleich fester Bestandteil der Deutschen Weihnachtstradition. Neben dem Heimatmarkt ist der Markt in den Vereinigten Staaten von Amerika der bedeutendste. Insbesondere die Nussknacker (engl. Nutcrackers) haben es vielen Sammlern in Übersee angetan. Die größten Sammlungen beinhalten über 2000 Exemplare. Besonders Nussknacker der Hersteller Christian Ulbricht Seiffen und Steinbach Marienberg erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. Beide Manufakturen sind nach dem 2.Weltkrieg vom Erzgebirge nach Westdeutschland umgesiedelt, weil sie schon früh die Einschränkungen der Freiheit in der Sowjet Zone spürten. Dadurch war eine Weiterentwicklung der Geschäftaktivitäten wesentlich leichter möglich, als bei Herstellern, welche ihren Sitz weiterhin im Erzgebirge beließen. Beispiele für diese Hersteller sind Richard Glässer, Müller Kleinkunst Seiffen und KWO Olbernhau. Sie haben sich nach der Wiedervereinigung ebenfalls sehr gut entwickelt und konsequent die neue Märkte erschlossen. Neben der Steuerung des Unternehmens aus den Westdeutschen Gebieten, haben Steinbach und Ulbricht ihr Nussknacker Angebot konsequent weiterentwickelt und ausgebaut. Der „normale“ klassische Erzgebirge Nussknacker, wie man ihn insbesondere zur Weihnachtszeit auf den Märkten und in den Geschäften antrifft, stellt eine Figur der Obrigkeit des 19. Jahrhunderts dar. Am häufigsten findet man Nussknacker Könige, Soldaten oder Polizisten/Gendarme. Christian Ulbricht und Steinbach erweiterten ihre Produktpalette um viele neue Motive und Charaktere. Sie schufen Nussknacker aus Figuren der Geschichte, von berühmten Persönlichkeiten und von Charakteren aus Film, Fernsehen und Literatur. Bekannte Steinbach oder Ulbricht Nussknacker sind zum Beispiel: - Der Ulbricht Nussknacker Mäusekönig aus der Geschichte von E.T.A. Hoffmann „Nussknacker und Mäusekönig“ - Alice aus der Geschichte „Alice im Wunderland“ - Amerikanische Bürgerkriegsgenerale und Offiziere aus dem 2. Weltkrieg - Albert Einstein - Amerikanische Präsidenten (George Washington, Benjamin Franklin und Theodor Roosevelt) - König Ludwig II, August der Starke und Friedrich der Große Die Nussknacker Sammler wurden und werden jedes Jahr mit neuen Modellen beglückt und dadurch, dass viele Nussknacker in der Auflage limitiert wurden stieg ihr Sammlerwert kontinuierlich. Es gibt Steinbach Nussknacker, die über 1000 Euro wert sind. Ein weiterer beliebter Vertreter aus dem Erzgebirge ist das Räuchermännchen. In Deutschland ist es beliebter, als der Nussknacker und hat es ebenfalls vielen Sammlern angetan. Räuchermänner gibt es in einer noch größeren Vielfalt, als den Nussknacker. Neben der optischen Schönheit und der handwerklichen Perfektion, bietet es auch noch den Nutzen, dass man entsprechende Räucherkerzen in ihrem Inneren verglimmen lassen kann. Die Räucherfiguren gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Sie wurden mit großer Sicherheit von den Erzgebirgischen Handwerkern erfunden. Durch den immer beliebter werdenden Tabakkonsum, sah man immer mehr Pfeifenraucher auf den Straßen und in den Gaststätten. Diesen typischen Pfeifenraucher nahmen die Handwerker als Vorbild und schufen ihr Räuchermännchen. Viele größere und kleinere Werkstätten drechseln heutzutage Räuchermänner. Die bekanntesten Hersteller sind KWO Olbernhau mit ihren Kantenhockern, Richard Glässer Seiffen, Steinbach Marienberg und Christian Ulbricht. Alleine diese vier Hersteller bieten annähernd 1000 verschiedene Modelle.


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