Eltern und ihre Gothic Kinder
Wenn manche Eltern ihre Jugendlichen in voller Gothic Montur sehen, schütteln sie oftmals nur mit dem Kopf und fragen sich was sie denn verkehrt gemacht haben. Aus dem einst lieben Kind wurde quasi über Nacht ein schwarzhaariger und bleicher Vampir, der es vorzieht, sich nur noch ganz in Schwarz zu hüllen. Die auf der Kleidung sitzenden Nieten und Stacheln laden auch nicht gerade mehr zum Umarmen ein. Eltern, die hier ruhig bleiben können und wissen, dass Jugendliche solche Phasen brauchen, können sich glücklich schätzen. Andere Eltern aber schämen sich für ihre Kinder und mögen so gar nicht mehr mit ihnen vor die Tür gehen. Vom Besuch bei Verwandten in dieser Gothic Kleidung ganz zu schweigen. Daneben beschleicht so manche Eltern das Gefühl, dass ihr Kind nun in den Händen von ganz üblen Satanisten ist, die nachts auf Friedhöfen herumstreichen und Drogen nehmen. Drogen und Alkohol sind bei Jugendlichen allerdings ein Problem, aber diese finden sich auch auf Studentenpartys, die mit der Gothic Szene nun gar nichts zu tun haben. Mit dem Anziehen der Gothic Kleidung und dem Auflegen des gruseligen Make-ups geben die Jugendlichen in der Regel aber nicht ihren Verstand ab. Kinder, die richtig erzogen und zur Selbstständigkeit angehalten wurden, werden auch für diese Gefahren weniger anfällig sein. Die Verwandlung zum Vampir ist ein Protest, die Abnabelung von den Eltern, und das ist ein ganz normaler Entwicklungsprozess, den jeder Jugendlicher auf dem Weg zum Erwachsenwerden durchmacht. Der eine macht es so, der andere anders. Die Vorurteile gegen bestimmte Bewegungen sollten Eltern abbauen, auch sollten sie sich weiterhin dafür interessieren, wer die Freunde des eigenen Kindes sind und sich vielleicht ein bisschen da hineinversetzen, warum das Kind sich nun dieser oder jener Gruppe angeschlossen hat.
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